SPEZI 2025 mit klarer Botschauft auf dem Test-Parcour (Bild: Klaus Dapp)
Während es bei der EUROBIKE gerade viel Umbruch gibt hat die Spezialradmesse SPEZI schon ihr Programm veröffentlicht. Und HP Velotechnik wird auf der Spezialradmesse in Freiburg auch wieder dabei sein.
Tickets können schon gebucht werden unter https://www.spezialradmesse.de/. Und ich rufe alle SPEZI-Fans auf, zu buchen und den Veranstaltern damit das Zeichen zu geben, dass die Messe auch in Freiburg gut besucht wird.
Ich bin gespannt ob es gelingt, die spezielle SPEZI-Atmosphäre auf ein „echtes“ Messegelände zu bringen. Die Organisatoren haben sich Großes vorgenommen: https://www.spezialradmesse.de/presse#l-spezi-verabschiedet-sich-aus-lauchringen-auf-wiedersehen-in-freiburg. Und auch wenn ich nicht zelten werde, freue ich mich, dass es die Möglichkeit gibt und die echten Heldinnen und Helden wie beispielsweise Familien aus den Niederlanden, die per Liegerad anreisen, auch ein Angebot haben. Ich freue mich darauf!
Nach einem ausgedehnten Frühstück gingen wir zum nahegelegenen Bahnhof. Dort luden wir das Rad der Herzallerliebsten in den durchgehenden Zug nach Basel, mit dem sie mit nur geringer Verspätung am Nachmittag ankam.
Ich machte mich dann auf den Weg zu zu meinem Rad und umfuhr die Umleitung, die wir auf der Hinfahrt genutzt hatten. Auf einer Behelfsbrücke kam ich über den Rhein. Auf der anderen Seite des Rheins verfuhr ich mich erst einmal und ärgerte mich ein wenig über die Beschilderung. In Lahnstein querte ich die Lahn und erreichte den Rheinradweg.
Ortseingang von Oberlahnstein vom Rhein aus (Bild: Klaus Dapp)Blick auf die Marksburg bei Braubach im Schatten der B42 (Bild: Klaus Dapp)Braubach und Marksburg an der B42 (Bild: Klaus Dapp)Tankschiff vor Spay (Bild: Klaus Dapp)Fuß- und Radweg vor Osterspai (Bild: Klaus Dapp)Stark befahrener Fuß- und Radweg bei Filsen (Bild: Klaus Dapp)
Bis Filsen waren etliche Radfahrende unterweg. Das änderte sich an der dortigen Fähre nach Boppart, die Viele nutzten, um auf die andere Rheinseite zu wechseln.
Fähre von Filsen nach Boppart (Bild: Klaus Dapp)
Danach sah ich nur wenige Radfahrende. Das passte leider auch zur Wegeführung, deren Ausbau bis zur Bundesgartenschau 2029 vorgesehen ist.
Kloster Bornhofen (Bild: Klaus Dapp)Enger straßenbegleitender Weg (Schrammbord?) hinter Kestert (Bild: Klaus Dapp)
In St. Goarshausen musste ich mich entscheiden auf der ziemlich stark befahrenden B42 ohne Radinfrastruktur zu fahren oder auf dem Leinpfad. Ich entschied mich für den Leinpfad und war froh, dass der Grasshopper halbwegs geländegängig ist.
Leinpfad bei St. Goarshausen (Bild: Klaus Dapp)St. Goarshausen (Bild: Klaus Dapp)
Nach dem Ort gab es wieder einen Fuß- und Radweg. Allerdings nur für ein Stück. Danach hatte ich die Wahl, auf der Straße zu fahren oder auf einem Mehrzweckstreifen in Gegenrichtung. Das Schrammbord vor der Leitplanke war zu schmal, dass ich darauf mit Satteltaschen nicht fahren konnte. Auch für diesen Abschnitt ist ein Ausbau geplant.
Mehrzweckstreifen im Bereich des Loreleyhafens bei St. Goarshausen (Bild: Klaus Dapp)
Ich war froh als ich wieder auf einen Weg in Fahrtrichtung wechseln konnte. Auf dem Abschnitt kam mir glücklicherweise niemand entgegen.
Blick nach Oberwesel (Bild: Klaus Dapp)
Ab Kaub gab es dann wieder einen gut fahrbaren Weg und ich konnte mich wieder auf das Mittelrheintal konzentrieren. Da gibt es mit den Burgen, Schiffen, Felsen wirklich viel zum Anschauen.
Wegführung in Kaub (Bild: Klaus Dapp)Burg Gutenfels oberhalb von Kaub (Bild: Klaus Dapp)Burg Pfalzgrafenstein bei Kaub (Bild: Klaus Dapp)Rheinradweg von Kaub in Richtung Hessen (Bild: Klaus Dapp)
In dem gut ausgebauten Wegebereich waren dann auch wieder Reiseradler unterwegs und nicht nur Rennradler, die schmerzbefreit auch auf der B42 unterwegs waren.
Ab der Landesgrenze in Hessen machte ich mir Gedanken, wie ich weiterfahren sollte. Da für den Abend und die nächsten Tage eine Regenfront angekündigt war, beschloss ich noch bis nach Lorch zu fahren und dort in den Zug zu wechseln.
Blick nach Bacherach (Bild: Klaus Dapp)Lorchhausen (Bild: Klaus Dapp)
Und es gab auch keine Bahngeschichten zu erzählen. Ich konnte in Wiesbaden in den Zug nach Darmstadt umsteigen und dann noch nach Hause radeln. Nach 620 Kilometern war unsere Tour dann zu Ende.
Letzte Tage sind immer ein bisschen wehmütig. So war es auch dieses mal. Damit die Herzallerliebste notfalls (z.B. bei einem Zugausfall) einen Tag früher fahren kann, haben wir den letzten Tag bewusst kurz geplant.
Von Nassau aus fuhren wir in Richtung Bad Ems der Lahn entlang. In Dausenau kamen wir an einer der Schleusen vorbei, die die Lahn als Bundeswasserstraße für die Binnenschiffahrt und die Stromerzeugung nutzbar macht.
Schleuse Dausenau (Bild: Klaus Dapp)
In Bad Ems ließen wir die Räder stehen und flanierten die Lahn-Promenade entlang. Wir sind wohl nicht ganz das Zielpublikum – aber hatten unseren Spaß Hochzeitsvorbereitungen und schauten von außen in die Spielbank, das Kurhaus und andere Attraktionen des Staatsbades.
Blick auf Bad Ems (Bild: Klaus Dapp)Blick auf die orthodoxe Alexandra Kirche in Bad Ems (Bild: Klaus Dapp)Spielbank in Bad Ems (Bild: Klaus Dapp)
Weiter ging es bis zur Mündung der Lahn in den Rhein in Lahnstein. Dort machten wir eine Pause und schauten uns bei bestem Sommerwetter das Treiben am Ufer an.
Blick auf Schloss Stolzenfels von der Mündung der Lahn in den Rhein (Bild: Klaus Dapp)
Durch den Neubau der Pfaffendorfer Brücke mussten wir eine ziemlich nervige Baustellenumfahrung fahren. Um so mehr freuten wir uns, dass wir am Hotel ankamen und die Räder abstellen konnten. Nach einer erfrischenden Dusche machten wir uns zu Fuß auf in die Stadt und besuchten noch das „Deutsche Eck“ an dem die Mosel in den Rhein fließt.
Die Mosel am Deutschen Eck in Koblenz (Bild: Klaus Dapp)
Blick von der Lahnbrücke auf Nassau (Bild: Klaus Dapp)
Nach dem Frühstück wollen wir noch einen Blick von Oben auf die Burg Runkel werfen und schauten uns dabei die Reste der Burg Schadeck an.
Reste der Burg Schadeck (Bild: Klaus Dapp)Blick von der Burg Schadeck auf die Burg Runkel (Bild: Klaus Dapp)
So inspiriert sausten wir ins Tal und fuhren weiter an der Lahn entlang Richtung Limburg. Beeindruckend war der Wechsel zwischen engen Talabschnitten und Orten an den Hängen. Ein richtiger Hingucker ist die Kirche St. Lubentius in Dietkirchen.
St. Lubentius im Limburger Stadtteil Dietkirchen (Bild: Klaus Dapp)
Wir fuhren unter der Lahntalbrücke der A3 hindurch und erreichten kurz danach die Altstadt von Limburg. Nach der Querung der Lahn stellten wir die Räder ab und machten uns zu Fuß auf den Weg. Das schien uns die bessere Alternative, da wir beobachten mussten, wie ein völlig orientierungsloser aber mit hochmotorisiertem Fahrzeug ausgestatteter Tourist aus den Niederlanden fast einen Radfahrer auf dem Radweg umgefahren hat – und dabei fuhr er gegen die Einbahnstraße und teilweise noch auf dem entgegenkommenden Radweg. Statt sich dann zu entschuldigen legte er den Rückwärtsgang ein und raste mit rauchenden Reifen rückwärts und landete fast in einer Fußgängergruppe… schon irre.
Nach dieser Aufregung schauten wir uns die Altstadt von Limburg an und kauften neuen Proviant. Dabei entdeckten wir die Bäckerei Hensler, die mit ihren traditionellen und besonderen Backwaren wirbt. Und auch wenn sich über die künstlerischen Ambitionen streiten lässt, es war richtig lecker.
Stadthaus in Limburg (Bild: Klaus Dapp)Kornmarkt in Limburg (Bild: Klaus Dapp)
Stadtkirche St. Sebastian in Limburg (Bild: Klaus Dapp)
Und auch die Einzelbadewanne des ehemaligen Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst schauten wir uns nicht an. Im verlinkten Artikel auf Wikipedia ist der Machtmissbrauch und die Verschwendung gut dargestellt. Wir freuten uns dafür lieber über das schöne Fachwerk der alten Vikarie, die bei den ganzen Bauaktivitäten renoviert wurde.
Alte Vikarie in Limburg (Bild: Klaus Dapp)
Nach einer Mittagspause ging es dann weiter der Lahn entlang nach Rheinland-Pfalz.
Letzter Abschnitt in Hessen (Bild: Klaus Dapp)
Auf dem Weg in die Altstadt sahen wir die Skulpturen des Künstlers Alfred Gutsa aus Simbawe zu unterschiedlichen Aspekten des Radfahrens. Die Am Alten Markt in Diez gönnten wir uns einen leckeren Kaffee.
Stürzende Radfahrerin von Alfred Gutsa (Bild: Klaus Dapp)Radfahrer von Alfred Gutsa (Bild: Klaus Dapp)Zugang zur Altstadt von Diez (Bild: Klaus Dapp)
Weiter ging es dann lahnabwärts in Richtung Balduinstein durch das teilweise sehr enge Lahntal.
Lahn vor Balduinstein (Bild: Klaus Dapp)
In Obernhof wechselten wir auf die andere Seite der Lahn. An diesem warmen Sommertag war ich froh, dass es nur noch knapp 10 Kilometer bis Nassau waren. Auf der anderen Lahnseite konnten wir bald von der stärker befahrenen Landesstraße in eine Seitenstraße abbiegen. In Höhe des ehemaligen Friedhofes des Kloster Arnstein machten wir im Schatten eine Pause. Danach überraschte uns die knackige Steigung zum ehemaligen Kloster Arnstein. Auf dem Parkplatz angekommen war es deshalb nicht nur die Neugier auf die Klosteranlage, die uns zu einer Besichtigung motivierte. Besonders dankbar war ich für einen starken Kaffee und einen leckeren selbstgemachten Zuckerschock aus dem Klosterladen der griechisch-orthodoxen Schwesternschaft Heiliges Kloster Dionysios Trikkis & Stagon.
Auffahrt zum Kloster Arnstein (Bild: Klaus Dapp)
Weiter Richtung Nassau ging es dann auf einem teilweise schmalen Weg durch den Wald. Ich musst aufpassen, nicht in Richtung Lahn zu schauen: Es ging teilweise gefühlt senkrecht nach unten und im Weg waren tiefe Längsrisse zu sehen.
In Nassau angekommen stellten wir die Räder ab und schauten uns nach einem guten Abendessen noch etwas in der Stadt um.
Nach einem leckeren Frühstück und bei strahlendem Sonnenschein fuhren wir gemütlich durch die Altstadt von Wetzlar – es gibt also doch angenehmere Wege als der gestern.
Frühstück (Bild: Klaus Dapp)
An der alten Lahnbrücke machten wir noch einen Fotostop.
Alte Lahnbrücke in Wetzlar (Bild: Klaus Dapp)
Und auch ein Bild mit der berühmten Minox musste sein.
Minox Kamera in Wetzlar (Bild: Antje Hammer)
Nach Wetzlar wird das Lahntal deutlich enger und die Lahn verläuft deutlich kurvenreicher.
Blick auf Stockhausen an der Lahn (Bild: Klaus Dapp)
Bei Löhnberg probierten wir am Sauerborn, einer der ältesten regionalen Mineralquellen, das Wasser. Der Name Sauerborn ist schon passend …
Sauerborn Löhnberg (Bild: Klaus Dapp)
Nach kurzem Weg kamen wir am Firmensitz von Selters aus Selters an der Lahn, einem Ortsteil von Löhnberg, vorbei. Das Selterswasser ist sozusagen das Tempo unter den Mineralwassern. Industriegeschichte ist einfach immer wieder spannend.
Firmensitz von Selters aus Selters an der Lahn (Bild: Klaus Dapp)
Die nächste Station war Weilburg. Das kannte ich auch schon beruflich, da der Bund der Steuerzahler sich darüber aufgeregt hat, dass für den Fuß- und Radverkehr eine vernünftige Lösung gefunden wird. Da ich mich verpflichten musste in diesem Blog nichts über meine Arbeits zu schreiben, belasse ich es bei der Feststellung, dass die Fuß- und Radbrücke so rege genutzt wird, dass es selbst in den Sommerferien am Nachmittag schwierig war, sie ohne Personen zu fotografieren.
Fuß- und Radwegebrücke in Weilburg (Bild: Klaus Dapp)
Die Bahnstrecke verläuft unter der Altstadt von Weilburg und verschwindet nach der Lahnquerung in einem schönen Tunnelportal.
Tunnelportal der Lahntalbahn in Weilburg (Bild: Klaus Dapp)
Wir machen uns zu Fuß auf den Weg in die Altstadt und besuchten das Weilburger Schloss.
Schloss in Weilburg von der Lahn aus (Bild: Klaus Dapp)Schloss in Weilburg (Bild: Klaus Dapp)Innenhof des Weilburger Schlosses (Bild: Klaus Dapp)Schlosskirche in Weilburg (Bild: Klaus Dapp)Blick auf den Garten des Schlosses Weilburg (Bild: Klaus Dapp)
Nach so viel Aussicht und Anschauen gönnten wir uns vor der Weiterfahrt noch einen Kaffee und dann ging es zurück zu den Rädern. Das nächste Ziel war das Lahn-Marmor-Museum in Villmar. Sowohl die Geschichte des Museums als auch der Inhalt lohnen sich wirklich anzuschauen. Und vor lauter Schauen habe ich es nicht geschafft, ein schönes Foto für diesen Blog zu machen. Aber dass dort der Marmor abgebaut wurde, den wir aus dem Schloss in Bruchsal und ich aus dem Eingangsbereich des Verkehrsministeriums kenn, habe ich fotografiert.
Lahnmarmor im Lahn-Marmor-Museum in Villmar (Bild: Klaus Dapp)
Und Dank einer Cola hatten ich auch den notwendigen Zucker für die weiteren Kilometer bis Runkel.
Burg Runkel (Bild: Klaus Dapp)
In Runkel erwartete uns eine dumme Überraschung. Bei der Suche einer Übernachtung habe ich nicht genau genug hingeschaut und wir mussten aus dem schönen Lahntal nochmal hoch. Der erste Versuch scheiterte, da uns Passanten glaubhaft versicherten, dass der Weg den wir nehmen wollten über 100 Treppenstufen hat. Da ist wohl die Karte nicht genau genug gewesen. Die Umfahrung war auch noch mit zum Teil 25% Steigung für uns zu steil zum Fahren. Als wir dann ziemlich fertig an der Unterkunft ankamen, entschädigte der Blick über die Landschaft ein bisschen.
Blick oberhalb von Runkel (Bild: Klaus Dapp)
Leider wäre das Abendessen fast an Personalmangel gescheitert … aber als wir dann nach langer Wartezeit und deutlich hörbar knurrendem Magen ein leckeres Abendessen bekommen hatten, hatte der interessante Tag auch einen schönen Ausklang.
Nach der Erfahrung des Vortags wussten wir, wie wir ohne Treppen zum Lahnradweg kommen konnten. So waren wir schon nach kurzer Zeit zügig unterwegs das Lahntal hinunter.
Blick in die Lahnaue bei Sichertshausen (Bild: Klaus Dapp)
Der nasse Sommer hätte uns fast einen größeren Umweg gebracht. Aber die überflutete Unterführung konnten wir durch die höher angeordneten Überflutungsentlastung im Bahndamm umfahren… auch wenn die niedrige Röhre schon etwas unheimlich war.
Überflutete Unterführung der Bahn in der Lahnaue (Bild: Klaus Dapp)
Durch einen schönen Zufall entdeckten wir den Dorfladen Ruttershausen. Wir genossen einen leckeren Kaffee und kauften noch ein paar Kleinigkeiten ein. Da war das nicht so tolle Wetter doch schon fast wieder ausgeglichen.
Dorfladen Ruttershausen (Bild: Klaus Dapp)
Da ich Gießen beruflich schon mehrfach besucht habe, hatten wir beschlossen, uns auf Wetzlar zu konzentrieren. Deshalb fuhren wir ohne Pause durch Gießen und machten unsere Pause am Ortsrand von Heuchelheim mit Blick auf die Lahnaue – und hatten auch Sonne zum Mittagessen.
Lahnaue bei Heuchelheim (Bild: Klaus Dapp)
So erreichten wir am frühen Vormittag Wetzlar. Leider ließ sich der geplante Weg auf den Domhügel nicht fahren und schieben wollten wir auch nicht. Deshalb quälten wir uns eine viel befahrene Straße hoch, auf der wir mehrfach viel zu knapp überholt wurden. Wirklich blöd, wenn 500 Meter so schlecht in Erinnerung bleiben…
Um so mehr freuten wir uns, dass wir unsere Räder sicher abstellen konnten und nach einer warmen Dusche durch die schöne Altstadt in Wetzlar laufen konnten.
Domplatz in Wetzlar (Bild: Klaus Dapp)
Wirklich sehenswert ist der Dom in Wetzlar. Und das nicht nur, weil er viele bauliche Schönheiten bzw. Besonderheiten hat. Interessant ist auch, dass er bis heute eine sogenannte Simultankirche ist, d.h. sowohl von der evangelischen und der katholischen Gemeinde genutzt wird. Dass erst 1978 eine finale Klärung des Besitzes erfolgte, zeigt dann auch, dass das nicht immer ganz einfach ist.
Bevor es kräftig zu schütten anfing, gelang es uns einen Platz in einer Pizzeria zu bekommen, so dass wir nach dem Regenguss auch gut gesättigt zurück in unser Hotel gehen konnten.
Das kühle und wolkige Wetter und das leckere Frühstück machten es schwer auf die Räder und in Fahrt zu kommen. In Stadtteil Schwalmstadt-Treysa schauten wir noch kurz zum schönen Rathaus und an den Marktplatz. Ich kannte den Blick aus diversen Dienstreisen und habe doch tatsächlich vergessen, ein Foto zumachen.
An der reletiv stark befahrenen B454 entlang fuhren wir einige Kilometer bis nach Wiera und ich war froh, dass es dann auf Wirtschaftswegen weiter nach Neustadt ging. Dort machten wir eine kurze Pause und besichtigten den Junker-Hansen-Turm, der mit knapp 49 Metern Höhe und einem Durchmesser von rund 12,6 Metern als größter erhaltener Fachwerkrundbau der Welt gilt. Leider war die Ausstellung geschlossen, das Fachwerk hätten wir uns gerne auch von innen angeschaut.
Junker Hansen Turm in Neustadt (Bild: Klaus Dapp)
Dank einer Umleitung und weil ich die Karten nicht aktualisiert habe, machten wir dann noch einen Abstecher zur neu gebauten A49, die in diesem Abschnitt im März 2025 in Betrieb genommen wurde. Die Umleitung enthielt einige Schotterpisten und so waren wir froh, als es nach der A49 und einer Rast unter einer Windkraftanlage bergab nach Stadtallendorf ging.
Windkraftanlage an der A49 bei Neustadt (Bild: Klaus Dapp)
In Stadtallendorf sind wir in das Dokumentations- und Informationszentrum zu den ab 1938 gebauten Sprengstoffwerken Allendorf und Herrenwald gegangen. Eine Ausstellung, die sich wirklich lohnt. Auf der weiteren Fahrt fuhren wir dann entlang der ehemaligen Sprengstofffabrik weiter.
Über das Ohmtal kamen wir an die Lahn und fuhren dann nach Marburg. Auf dem stark befahrenen Lahnradweg kamen wir bis zur Weidenhäuser Brücke und wechselten die Lahnseite in Richtung Innenstadt. Obwohl ich wusste, dass die Altstadt von Marburg „am Hang“ liegt, war ich dann doch überrascht, wie groß der Höhenunterschied ist. Und an einer Stelle war leider auch die Karte falsch, so dass wir an einer Treppe schieben mussten. Nachdem die Räder verräumt waren, schauten wir uns deshalb zu Fuß in der Altstadt von Marburg um.
Marktplatz in Marburg (Bild: Klaus Dapp)Marburg Barfüßerstraße (Bild: Klaus Dapp)Blick über Marburg mit der Lutherischen Pfarrkirche St. Marien (Bild: Klaus Dapp)
Festung Ziegenhain mit Wassergraben (Bild: Klaus Dapp)
Nach einem Frühstück am Großparkplatz des Supermarktes machten wir uns auf. Die Fulda hinauf in Richtung Niederaula, wo die Aula in die Fulda fließt.
Radbrücke über die Fulda bei Bad Hersfeld (Bild: Klaus Dapp)
In Niederaula verließen wir die Fulda und bogen auf dem Bahnradweg Rotkäppchenland auf der ehemaligen Knüllwaldbahn in das Aulatal ab. Auf der ehemaligen Bahnlinie ging es bergauf nach Oberaula.
Bahnradweg Rotkäppchenland bei Heddersdorf (Bild: Klaus Dapp)Ehemaliger Bahnhof von Oberaula (Bild: Klaus Dapp)
Ab Oberaula steigt der Weg kontinuierlich an bis in Olberode der höchste Punkt (ca. 400m ü. NN) erreicht ist – und es von dort in die Ebene der Schwalm hinabgeht.
Blick auf Hausen (Bild: Klaus Dapp)
In der Schwalmebene machten wir noch einen Abstrecher nach Trutzhain. Ein Ort dessen Geschichte 1939 als Kriegsgefangenenlager begann. Und die Geschichte lässt sich auch heute noch erkennen.
Hauptstraße in Trutzhain (Bild: Klaus Dapp)Feuerwehrhaus in Trutzhain (Bild: Klaus Dapp)
Danach fuhren wir nach Ziegenhain und freuten uns auf die Landgräfinnen.
Wo Sommerträume Schaumkrönchen tragen … (Bild: Klaus Dapp)
Leider war das Restaurant wegen einer Familienfeier geschlossen – aber beim Frühstück konnten wir dann kulinatisch genießen. Für mich hatte das den Vorteil, dass ich mich noch zu einem Spaziergang motivieren konnte und wir so noch die schönen Fachwerkhäuser angeschaut haben. Und am Abend schliefen wir bei guter Partymusik ein.
Gasthaus Landgraf der Landgräfinnen in Ziegenhain (Bild: Klaus Dapp)Kirche und Gefängnis Ziegenhain (Bild: Klaus Dapp)Hauseingang in Ziegenhain (Bild: Klaus Dapp)Gasthaus Rosengarten in Ziegenhain (Bild: Klaus Dapp)
Willkommen in Hessen an der Grenze zu Thüringen bei Rasdorf (Bild: Klaus Dapp)
Der Tag begann mit Nieselregen … blöd, da wir kein Frühstück in der Unterkunft bekommen konnten und die Etappe mit den meisten Höhenmetern vor uns lag. So war die Stimmung am Morgen doch etwas gedrückt. Aber ein grandioses „mehrstöckiges“ Frühstück sorgte für eine gute Grundlage.
Frühstück in Burghaun (Bild: Klaus Dapp)
Nach einigen Wirrungen und einer knackigen Schiebestrecke fanden wir dann auch den Einstieg in den Kegelspiel Radweg.
Beginn des Kegelspiel-Radwegs in Burghaun (Bild: Klaus Dapp)
Leider weicht der ab und an von der alten Bahnstrecke ab, so dass es nicht ganz von selbst lief … aber wir kamen voran.
Kegelspielradweg bei Steinbach (Bild: Klaus Dapp)
In Großentaft erkannten wir zum Glück noch rechtzeitig, dass wir bei einer Umleitung falsch abgebogen waren … da Sonntag war, fuhren wir durch die Baustelle und kamen so wieder auf den ursprünglich geplanten Weg nach Rasdorf. Auf den neuen Wegen fährt es sich richtig klasse … auch wenn es bei 15% Steigung mal Schiebestrecken gibt. Es gab halt nicht überall Bahnlinien, die sich in Radwege umwandeln lassen.
Abfahrt nach Großentaft (Bild: Klaus Dapp)
Die Herzallerliebst musste sich wieder die gute alte Geschichte anhören, dass an „dem Mast“ Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir im Juli 2018 das erste Täfelchen für den Iron-Curtain-Trail in Hessen aufgehängt haben.
Zusammentreffen des Iron Curtain Trail (Eurovelo 13) und des Radweges Deutsche Einheit (Bild: Klaus Dapp)Grenze zwischen Thüringen und Hessen am Point Alpha (Bild: Klaus Dapp)Ehemaliger DDR-Grenzturm bei Gaisa (Bild: Klaus Dapp)
Nach einem Besuchs des Haus der Grenze und einer Rast machten wir uns auf den Weg. Erst einmal ging es schön bergab und dann konnten wir auf knapp 20 Kilometern die Kuppenröhn erfahren.
Kuppenröhn bei Treitschfeld (Bild: Klaus Dapp)
Die letzten 20 Kilometer genossen wir, dass es fast nur bergab ging… da sich die Wolken verdichteten fuhren wir durch nach Bad Hersfeld. Da dort wegen der Festspiele Übernachtungen in der Innenstadt nicht zu bekommen waren, konzentrierten wir uns auf ein üppiges Abendessen, so dass wir Bad Hersfeld gar nicht richtig gesehen habe. Das nächste mal…
Heute hatten wir uns Zeit für Fulda genommen. Von Neuhof aus ging es erst einmal knapp 5 Kilometer entlang der A66, dann fuhren wir gemütlich entlang der Fulda in Richtung Fulda.
Beschirmter Garten bei Neuhof (Bild: Klaus Dapp)
Nach wenigen Kilometern hatten wir mit der Propstei Johannesberg schon das nächste Zwischenziel erreicht. Wir spazierten durch die Gartenanlage und schauten uns die beeindruckende Gesamtanlage an.
Probstei Johannesberg bei Fulda (Bild: Klaus Dapp)
Danach fuhren wir durch das Gelände der Landesgartenschau 2023 nach Fulda. Dank eines Abteilungsausflugs wusste ich, dass es im Schloss bei der Touristinfos gute Schließfächer gab. So stellten wir die Räder ab, schlossen unsere Sachen ein und spazierten durch Fulda.
Schließfach im Fuldaer Schloss (Bild: Klaus Dapp)
Danach fuhren wir durch Fulda zum Beginn des Milseburg-Radwegs. Diesen wirklich tollen Radweg fuhren wir diesmal nur wenige Kilometer und verpassten so den beeindruckenden Tunnel.
Start des Milseburgradwegs bei Fulda (Bild: Klaus Dapp)
Bei Almendorf bogen wir in das Haunetal ab. Unsere Unterkunft lag im Ortsteil Hünhan der Marktgemeinde Burghaun. In unserer Unterkunft wurden wir sehr nett empfangen und Dank des guten Wetters genossen wir ein typisches Standbadessen (Pommes :-)) am Weiher zwischen Hünhan und Burghaun.
Am Abend machten wir noch einen Spaziergang in die Kirche St. Andreas, deren Besichtigung uns der Vermieter sehr empfohlen hat. Und die fast vollständig ausgemalte Kirche hat uns sehr gefallen. Erst im nachhinein haben wir erfahren, dass dort auch eine wertvolle Orgel steht.